Rupfhauben - seeeehr altes "arme Leute" Essen

Rupfhauben - seeeehr altes "arme Leute" Essen

Noch nicht bewertet
Noch nie gekocht
Gesamtzeit
45 Min.
Aktiv
15 Min.
Zutaten
4 Portionen

Die Quelle rechnet mit 4 Personen.

  • ca. 250 g Mehl + Mehl zum Verarbeiten- alles bis einschließlich Type 1050 ist ok
  • 100 g Quark - jede Fettstufe (ich hab 20% genommen)
  • 1 kg Zwetschgen (oder Pflaumen - je nachdem wo du wohnst sagst man ja anders dazu, oder Äpfel)
  • 3 EL raffiniertes/geschmacksneutrales Öl
  • 3 EL Wasser
  • 500 ml Milch (am besten klappt es mit Kuhmilch, Alternativ geht auch pflanzliche Milch)
  • Süßungsmittel nach Geschmack - ich hab einfachen Zucker genommen, Dattelzucker, etc klappt aber auch gut

Gewürze

  • Zimt
  • Prise Salz
Zubereitung
  1. Das Mehl mit dem Quark, den 3 EL Öl und zusätzlich 3 EL Wasser, sowie einer Prise Salz und dem Ei zu einem einigermaßen glatten Teig verkneten. Diesen Teig kannst du dann in ca. 7 Stücke teilen. Diese Stücke wiederum mit etwas Mehl und einem Teigroller flach ausrollen. Die ausgerollten Teigfladen am besten nebeneinanderlegen, dass sie nicht aneinanderkleben.
  2. Die Zwetschgen, oder Äpfel entkernen/entsteinen, entsprechend halbieren und/oder in mundgerechte Stücke schneiden.
  3. Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und die Milch in einem separaten Topf einmal aufkochen, sodass sie richtig heiß ist.
  4. Das Obst in eine große ofenfeste Form geben die Milch einkippen und mit Zimt (Zucker) nach Geschmack verrühren.
  5. Jetzt nimmst du die Teigstückchen und legst sie, wie im Video zu sehen ist, gut verteilt, wie Häubchen auf das Obst.
  6. Wenn du keinen Deckel für die Form hast, machst du es wie ich und nimmst Alufolie. Diese kannst du schön um die Form drücken, damit der sich bildende Dampf und Hitze darin bleibt. Ab in den Ofen für 30 Min.
  7. Danach die Folie abnehmen, nochmal mit Zimt und (Zucker) bestreuen und ohhhhhh das war soso lecker – geniiiiißen!
Unsere Notizen
Ideen für den Kinderteller
Während deine Rupfhauben im Zwetschgen/Pflaumen Kompott liegen dürfen beim Servieren, empfehle ich, diese bei deinem Kind eher separat auf den Teller zu legen, zumal gegarte Zwetschgen/Pflaumen natürlich auch eine recht eigenwillige Konsistenz haben.
Tipps und Tricks
Was bedeutet eigentlich "arme Leute" Essen?
Ein Armeleuteessen ist ein aus sehr einfachen Zutaten bereitetes, bescheidenes Gericht. Teilweise wirkt der Begriff abwertend – soll es aber gar nicht sein, da, wie du gleich lesen wirst, früher auch ganz andere Dinge als "wertvoll" wertvoll erschienen als heute. Typisches Essen für arme Familien in Europa waren in früheren Jahrhunderten Kohlgerichte, Eintöpfe (heute hip als one-pot bezeichnet) oder auch Mehlspeisen. Auch Pizza war in Italien ein typisches "arme Leute" essen und diente der Resteverwertung. Durch Änderung der wirtschaftlichen Grundlagen und Gebräuche kommt es auch zu Neubewertungen, was als "Armeleuteessen" angesehen wird. Die Auster war im Mittelalter in Küstengegenden billiger als frischer Fisch und auch Schnecken, welche heute als teure Delikatesse bekannt sind, waren billig zu haben, weil arme Leute sie nur einsammeln mussten. Und das, was wir heute als Porridge kennen, war früher billiger Getreidebrei und alles andere als angesehen und Trend. Wir sehen also – es ist wie immer alles eine Frage des Blickwinkels und in diesem Fall auch eine Frage der Zeit/Epoche.
Das perfekte Gericht zum Vorbereiten und Aufwärmen
Ohhhh ja! Geht wunderbar und kann viele Stunden später, oder auch am nächsten Tag noch gegessen werden. Meine beiden fanden das Gericht super und sprechen heute im Urlaub sogar noch davon!
Lässt sich diese Köstlichkeit gut einfrieren?
Ich würde es ausnahmsweise mal nicht empfehlen.
Quelle: Familienküchen-Club „So isst Deine Familie“
Erstmals 22.10.2023